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Shadow President

Shadow President

Genre:Strategie
Herstellungsjahr:1991
Hersteller:D.C. True


Wenn ich mich der gegenwärtigen Lage vergewissere, "Bombing for Freedom" im Irak, dann hat ein Review zu dem Spiel SHADOW PRESIDENT von der eher unbekannten Software Firma D.C. True aus dem Jahre 1993, einen interessanten Beigeschmack. Bei diesem Spiel könnte man in Versuchung geraten, einmal absichtlich zu verlieren. Aber auch ansonsten scheint mir das Programm noch nie so aktuell gewesen zu sein wie jetzt. Denn wer möchte nicht an Stelle von George Walker Bush die Geschicke der Vereinigten Staaten von Amerika lenken und so Übel von der Welt abhalten? Wie der Titel SHADOW PRESIDENT schon andeutet, darf man den Sitz im Weißen Haus anstelle des Präsidenten einnehmen. Damit gehört SHADOW PRESIDENT zu den sehr wenigen ernsthaften politischen Weltsimulationen, die sich eher im geringerem Umfang mit den militärischen Aspekten auseinandersetzen, dafür aber die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte in den Mittelpunkt rücken. Zwei andere Spiele dieser Art werden demnächst auf den Prüfstand kommen, einmal das deutlich ältere PRESIDENT IS MISSING von Cosmi und das etwa zeitgleich erschienene CRISIS IN THE KREMLIN von Spectrum Holobyte.

Das Spiel beginnt am ersten Juni 1990, die umfangreichen Daten die man sich zu ganzen 150 Nationen abrufen kann, sind also auf dem Stand 1989. In Deutschland ist Helmut Kohl gerade dabei die Wiedervereinigung und die blühenden Landschaften in Angriff zu nehmen, während in Bagdad ein gewisser Saddam Hussein seine Annexionspläne schmiedet. Zu Beginn von SHADOW PRESIDENT darf man sich erst einmal ein konkretes Ziel setzen und eines der vier Szenarien auswählen. So kann man sich daran versuchen die USA zum Imperium Maximum auszubauen oder aber die wirtschaftliche Situation in der Dritten Welt entscheidend zu verbessern. Neben dem Standard Szenario Virtual Earth 1990, bietet SHADOW PRESIDENT noch das Setting Super Iraq, der Irak besetzt Saudi Arabia und schützt seine Neuerwerbung durch die Bedrohung mit Atomwaffen. Bei Resource Wars, geht es darum bei boomender Wirtschaft die zunehmende Rohstoffknappheit auszugleichen und bei U.S. Economic Decline muß man "God's Own Country" vor dem wirtschaftlichen Zugriff der Japanern und Chinesen beschützen. Um nicht ganz allein alles zu verbocken stehen uns in SHADOW PRESIDENT sieben Berater zur Seite. Da wären einmal der Chief Secretary of the White House, der nette Herr von der National Security Agency, der Verteidigungsminister, der obligatorische CIA Direktor, die Pressestelle und der Vertreter aus Industrie und Wirtschaft sowie ein allgemeiner Berater. Bevor man schwerwiegende Entscheidungen trifft sollte man auf die Meinungen seiner Berater hören. Während wir im Oval Office agieren bleibt die Zeit nicht stehen und die anderen Nationen agieren in ihrem eigenen Interesse.

Auf der Weltkarte können wir als SHADOW PRESIDENT allerlei Aktionen ausführen, so zum Beispiel können wir Helmut Kohl mit einem Nuklearwaffen Programm ausstaffieren. Dazu klicken wir auf der Karte einfach die gewünschte Nation an und schon erhalten wir alle relevanten Informationen zu dem Land. Am linken Bildschirmrand können wir die finanziellen Zuwendungen an die jeweilige Nation für humanitäre, wirtschaftliche, militärische, nukleare und geheimdienstliche Zwecke ändern. Mit einem weiteren Klick auf einen dieser Bereiche dürfen wir dann konkrete Maßnahmen ergreifen. So stiften wir den marokanischen König zu einem Militärschlag gegen Mauretanien an oder Fordern die Niederlande zur Abrüstung auf, auch machen wir Luxemburg auf die Einhaltung der Menschenrechte aufmerksam. Bevor man allerdings daran gehen kann Geld auf dem Globus zu verteilen, muß man als SHADOW PRESIDENT erst einmal den Staatshaushalt in Ordnung bringen. Wir können die amerikanischen Steuerzahler so richtig zur Kasse bitten bzw. mal ordentlich entlasten. Dabei sollte man, wie auch bei diplomatischen ENtscheidungen immer bedenken, daß man noch die nächsten Wahlen überstehen muß. Also sollte man den poplaritätswert am oberen Bildschirmrand immer im Auge behalten.

SHADOW PRESIDENT ist ein Spiel für Spezialisten, alle andere werden vor Langeweile umkommen. Grafisch und spielerisch wird nämlich nichts Spektakuläres geboten. Für interessierte Zocker gibt es aber jede Menge englischen Text zum Lesen und Analysieren. Deswegen sollte man schon recht fit im Englischen sein. Alle möglichen Komplikationen müssen im Auge behalten werden. Es ist eben nicht so leicht Macht auszuüben, wie mancher sich das so vorstellt. Grafisch wird die VGA Grafikkarte nur in puncto Auflösung genutzt, ansonsten präsentiert sich der Politthriller sehr farbarm. Musikalisch sieht es ähnlich aus. Dafür ist die Steuerung über Tastatur und Maus recht komfortabel geraten. Wer sich für solche komplexen Spielabläufe und -inhalte begeistern kann sollte mal ein Auge auf SHADOW PRESIDENT werfen, alle anderen machen besser einen großen Bogen um das Programm. Mr. President we got a problem!

 


Added:  Friday, April 09, 2004
Reviewer:  AJM/FTL
Score:
hits: 2866
System: IBM Kompatible