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Arcana



Genre: Dungeon Crawler/Dungeon-RPG
Entwickler: HAL/Capcom
Erschienen: 1992


Betrachtet man das Jahr 1992, so dürfte man bereits einige interessante SNES Rollenspiele aus der Zeit kennen. Unter anderem die erstklassige Easytype Version Final Fantasy II oder das klassische Final Fantasy V, welches leider nur in Japan erschien. Auch weitere, interessante Titel aus dem Osten wie zum Beispiel Hokuto no Ken 5 von Toei waren sicher erwähnenswert und konnten die Rollenspiel Fans mehr oder weniger begeistern. Da das Super Nintendo/Super Famicom 1990 erschien, gab es zu der Zeit noch wenig gute Rollenspiele, die den Weg nach Amerika oder sogar Europa geschafft haben. Zu der Zeit erschien jedoch ein besonders erwähnenswertes Rollenspiel, welches neben vielen Kritiken auch interessante Spielelemente bot. Arcana erschien erstmal in Japan unter den Namen Card Master und wurde von Capcom Monate später auch in Amerika lokalisiert. Für die Entwicklung haben sich die Spielehersteller von Hal in Zusammenarbeit mit Capcom gekümmert, welche in Japan durch Titel wie Adventures of Lolo oder Tastsu no Kaisou bekannt wurden. Was Arcana so interessant macht ist die schöne Kombination aus reinen Dungeon Crawler und in Anime Stil gehaltenem Hintergrund. Eine ähnliche Kombination wagte sich ebenfalls Sega mit Shining in the Darkness für Sega Megadrive, konnte allerdings diese tolle Anime Optik meiner Meinung nach nicht erzielen.


Die Story von Arcana konnte damals durch die fantasievolle Dichte wirklich begeistern, auch wenn der Storyinhalt etwas klischeehaft ausgefallen ist. Der Spieler übernimmt die Rolle von Rooks, den letzten Kartenmeister aus seiner Familie, um die böse Kaiserin Rimsala aufzuhalten, welche von dem fiesen Zauberer Galneon wieder belebt wurde. Unser Held muss die drei verzauberten Einzelteile finden, welche ihm die Kraft geben können, die Kaiserin sowie ihre Finsterlinge zu besiegen. So klischeehaft ist allerdings die Story nicht ausgefallen, da der Plot der Geschichte sehr verwoben und durchaus überraschend gestaltet wurde. So schließt sich zum Beispiel die mutige Zauberin Teefa eurer Partgruppe an, um euch bei der Suche nach dem Zauberschwert zu helfen, entpuppt sich jedoch hinterher als Spionin des Bösen Galneon. Mehr oder weniger ist die Geschichte, bestehend aus mehreren Kapiteln, wirklich interessant gestaltet, bietet jede Menge Überraschungen und kann trotzt des einfachen Storyinhalts überzeugen. Aber dennoch solltet ihr keine komplexe „Literatur“ im Stile von Valkyrie Profile oder Xenogears erwarten. Betrachtet man die grafische Umgebung, kann Arcana durch die kunterbunte Grafikengine durchaus überzeugen. Allerdings muss hier erstmal eine große Kritik loswerden. Ehrlich gesagt frage ich mich was die Grafikdesigner über die ganze Zeit gemacht haben, als sie die Dungeons gestalteten. Mit insgesamt sechs Dungeons, von denen jeder fast schon gleich aussieht, fallen die einzelnen Kellergewölbe in die unterste Kategorie. Im Großen und Ganzen sind die Dungeons sehr langweilig gestaltet und unterscheiden sich eigentlich nur durch die Farbe bzw. durch ihre Größe. Im Endeffekt sind es immer wieder dieselben Mauern ohne Details. Vor allem macht sich die arme Farbvielfalt durch die First-Person Sicht sehr bemerkbar, da man bis auf eine schwarze Hintergrundfläche und immer die gleich aussehenden Wänden nichts anderes entdecken kann. Diese Optik kann somit den Spielspaß leicht beeinflussen. Betrachtet man zum Beispiel die alten Klassiker wie Dungeon Master von Software Heaven, dann merkt man deutlich wo das Problem in östlichen Dungeon Rollenspielen liegt. Eine derartige atmosphärische Dichte werdet ihr leider nicht finden. Ansonsten ist die Grafik für die damaligen Verhältnisse gut ausgefallen. Durch die First-Person Sicht kann man leider auch nicht viel an Grafik bestaunen, wobei die Städte durchaus liebvoll gestaltet wurden. Etwas merkwürdig dürften euch die Monster im Kampf und die Spielcharaktere auffallen, da sie komischer Weise als Spielkarten dargestellt werden. Dafür ist das Charakterdesign schön in Anime Stil gehalten und kann durch die witzig gezeichneten Charakterportraits überzeugen. Zusammengefasst hätten die Grafikdesigner die Dungeons ein bisschen abwechslungsreicher gestalten können, da sonst die grafische Präsentation zu der damaligen Zeit wirklich gut ausgefallen ist.



Kommen wir nun zu dem Soundtrack. Mag sein dass mich einige für verrückt halten werden, aber die einzelnen Musikstücke sind mehr als nur erwähnenswert. Hört man sich vor allem die Soundqualität der einzelnen Musiken an, könnte man glauben, der Soundchip des SNES wäre bestens ausgenutzt. Mal von den vielen schönen Melodien abgesehen, passen die Musikstücke bestens zum Spielgeschehen und sorgen für eine schöne Atmosphäre. Allgemein ist der Soundtrack von Arcana sehr witzig und fröhlich aber auch manchmal sentimental ausgefallen. Vor allem die Titelmusik, das Lied Background Story oder der letzte Akt des Bintel Dungeons bleiben einfach unvergesslich. Dazu ist der Soundtrack sehr abwechslungsreich und kann mit seinen zweiundvierzig verschiedenen Melodien wirklich begeistern. Von traurigen Melodien, klassischen Klängen und wuchtigen Tönen dürfte für jeden Geschmack was dabei sein. Ich persönlich kann den Soundtrack jeden ans Herz legen. Die Steuerung ist dafür sehr gut ausgefallen. Der Menüaufbau ist zwar ein wenig einfach gestaltet worden, dafür aber auch übersichtlich. Im Kampf stehen dem Spieler die typischen Kampfoptionen wie Kämpfen, Item oder Verteidigen und Magie zur Verfügung. Ansonsten ist die Steuerung sehr einfach, da ihr praktisch euren Helden nur maximal in vier Himmelsrichtungen steuern könnt. Somit dürften sich auch Anfänger schnell an die einfache Bedienung und die typische First-Person Sicht gewöhnen.


Kommen wir nun zu dem wichtigsten Teil des Spiels. Wie bereits erwähnt ist Arcana ein reines Dungeon RPG mit Rundenbasiertem Kampfsystem und in Anime Stil gehaltenem Hintergrund. Verglichen mit alten Dungeon Crawler Klassikern wie Dungeon Master oder Eye of the Beholder, bietet Arcana ein völlig anderes Spielgefühl. Anstatt die Monster in typischem Hack & Slay Prinzip zu bekämpfen, werden die Auseinandersetzungen in Runden geregelt. Da in Arcana gewisse Karten eine große Rolle spielen, kann unser Held im Kampf unterschiedliche Karten gegen seine Feinde einsetzen, welche je nach Art und Element unterschiedliche Wirkungen im Kampf erzielen. So hat der Spieler die Auswahl zwischen Kampf-Karten welche die vier Elemente Feuer, Wasser Wind und Erde präsentieren und einmal zwei verschiedene Arten von neutralen Karten, welche je ihre Art, die Partygruppe heilen oder mit nützlichen Wirkungen belegen können. Selbstverständlich ist jedes Element gegen andere Elemente stark, als auch schwach. So ist Erde stark gegen Wasser, Wind gegen Erde, Feuer gegen Wind oder Wasser gegen Feuer besonders nützlich. Da dieser Aspekt sehr häufig im Spiel vorkommt, seid ihr oft sogar gezwungen, die Schwächen der Gegner herauszufinden, um einen Kampf erfolgreich zu beenden. Zu Beginn lassen sich die Gegner noch mit einfachen Angriffen bezwingen, später seid ihr jedoch stark auf eure Magie und eure Elementkarten angewiesen. Des Weiteren besteht eure Partygruppe immer nur aus vier Charakteren. Einmal Rooks der Hauptcharakter, dann euer Geist, von denen ihr im Spiel drei weitere finden werdet und zwei weitere Charaktere welche sich im Laufe des Spiels automatisch eurer Party anschließen. Zu Beginn steht euch noch der Geist des Windes namens Sylph zur Verfügung. Später schließen sich euch drei andere Geister an, von denen natürlich jeder sein eigenes Element präsentiert und unterschiedliche Fähigkeiten bietet. Im Angriff sind die Geister zwar sehr schwach, dafür aber stark in der Abwehr und können mit ihren Fähigkeiten oft nützlich sein. Des Weiteren werden die Fähigkeiten der Geister nach jedem Levelrang stärker. Schade fand ich allerdings nur, dass die Gespenster automatisch angreifen und dass man die Kampfoptionen nicht manuell auswählen kann. Die Geister könnt ihr natürlich jederzeit auswechseln, es sei den ihr befindet euch im Kampf. Ansonsten erlebt ihr, bis auf die schöne Anime Optik, ein Standard Dungeon RPG, ohne irgendwelchen Innovativen. Insgesamt gilt es sechs verschiedene Locations zu meistern, von denen jeder Kerker von einem bösen Endboss bewacht wird. Klingt vielleicht bis jetzt interessant, ist es allerdings nicht. Die sechs verschiedenen Dungeons lassen sich schnell durchspielen und bieten wenig Abwechslung im Gameplay. Zwar wird ein Location nach dem anderen immer größer und umfangreicher, dafür sind die Kerker einfach zu langweilig gestaltet, so dass ihr irgendwann keine Lust mehr habt, stundenlang immer durch die gleich aussehenden Labyrinthe zu laufen. Ein Pluspunkt stellt allerdings die Labyrinthkarte dar, welche ihr im Menü einblenden könnt. Diese zeigt nämlich genau, welche Stellen des Kerkers ihr schon betretet habt und wo sich die nächsten Treppe befinden. Insgesamt ist die Karte vielleicht ein wenig unübersichtlich, dafür ist sie aber wirklich hilfreich. Vor allem wenn ihr euch verlaufen habt, was ihr auf jeden Fall oft tun werdet. Ein weiterer Punkt ist die Tatsache dass ihr in die Dungeons nicht mehr zurückkehren könnt, falls ihr diese schon absolviert habt. Das kann sich im Verlauf des Spiels als ein großer Kritikpunkt erweisen, wenn ihr eure Charaktere nicht ordentlich aufgestuft habt, da der Schwierigkeitsgrad der Dungeons ziemlich unausgeglichen ist. Von Kerker zu Kerker werden die Monster nicht zunehmend, sondern übertrieben stärker, was dazu führen kann, dass ihr gegen die Fieslinge keine Chance haben werdet, wenn ihr im vorherigen Verließ nicht ordentlich aufgepowert habt. Da helfen euch auch nicht die Ausrüstungsgegenstände, die ihr in der Stadt erwerben könnt. Im Großen und Ganzen ist Arcana ein interessantes Dungeon-RPG mit schöner Anime Optik und schönem Soundtrack aber enttäuschendem Gameplay. Mehr als fünfzehn Stunden werdet ihr mit Arcana nicht verbringen. Dazu sind die Locations sehr langweilig gestaltet und bringen einfach keine Abwechslung. Erwartet also keinen Edelklassiker im Stile von Dungeon Master: Chaos Strikes Back von „Faster than Light“.


Zusammengefasst ist Arcana ein Standard Dungeon-RPG mit schöner Anime Optik, schönem Soundtrack und einfacher Steuerung. Leider ist das Gameplay wirklich enttäuschend ausgefallen und die grafische Gestaltung in den Dungeons alles andere als beeindruckend. Dazu kommt der etwas unausgeglichene Schwierigkeitsgrad, welcher den Spielspaß beeinträchtigen kann. Fans von Dungeon Rollenspielen sollten lieber zu westlichen Titel wie Dungeon Master, Eye of the Beholder oder der umfangreichen Bard´s Tale Serie greifen. Rollenspielfans sollten sich Arcana trotzdem besorgen.

 


Added:  Tuesday, May 25, 2004
Reviewer:  Rpgmaniac-No1
Score:
hits: 4248
System: Nintendo SNES