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Presumed Guilty!

Presumed Guilty!

Genre:Adventure
Herstellungsjahr:1989
Hersteller:Cosmi


Es werden sich bestimmt nicht viele Zocker an den amerikanischen Hersteller Cosmi erinnern. Viel zu viele Jahre sind schon vergangen seit Microprose diese kleine Firma geschluckt hat. Einige dürften sich aber noch an das C-64 Spiel AZTEC CHALLENGE erinnern. Eigentlich schade, den Cosmi hat mit PRESUMED GUILTY! eines der besten Adventure in Sachen Crime und Espionage, jenseits von POLICE QUEST oder CORRUPTION, im Jahr 1990 auf den Markt gebracht.

Bei PRESUMED GUILTY! haben die kreativen Köpfe von Cosmi wieder voll zugeschlagen. In diesem Spiel, das nach außen hin deutliche Züge eines Strategiespiels trägt, sich im weiteren Spielverlauf aber immer mehr als ein reinrassiges Adventure entpuppt, haben die Programmierer ein Szenario inszeniert, welches zum damaligen Zeitpunkt recht futuristisch erschien, aber schon heute immer realistischer wird.

Wir schreiben den 24. Juni 1996. An einem sonnigen Mittwochmorgen nimmt nach langer Vorbereitungsphase das weltumspannende Datennetz COPNET (Computer Operated Policing Network) seinen Betrieb auf. Mit ihm könnte der gesamte Polizeibetrieb revolutioniert werden und das organisierte Verbrechen für immer der Vergangenheit angehören. Dieses Datennetz ermöglicht es nämlich autorisierten Ermittlungsbeamten, auf einen schier unbegrenzten Pool an Informationen zurückzugreifen. Es gibt aber auch Gegner dieses Projekts, die mit allen Mitteln einen Erfolg zu verhindern suchen. Als einfacher COPNET Beamter sollte man sich anstatt mit derartig grundlegenden Problemen lediglich mit kleineren Bagatellen abgeben. Urplötzlich jedoch steckt man mittendrin zwischen den Zahnrädern unbekannter Kräfte.

Gleich nach der System Initialisierung, in der man sich als autorisierte Person in COPNET einschreibt, gefolgt von der Eingabe eines 20stelligen Passworts, scheint den ersten gewagten Schritten auf dem neuen Terrain nichts mehr im Wege zu stehen. Unwichtige Meldungen ziehen einen in den Bann. Doch auf einmal wird man durch einen scheinbaren Systemabsturz, wie er in der Anfangsphase schon einmal vorkommen kann, wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt. Einer, jener idiotischen Hacker, so hat es den Anschein, wollte ein Streich spielen. Die zurückgelassene Nachricht läßt jedoch erste Zweifel aufkommen, ob vielleicht hinter dem Spaß nicht doch knallharter Ernst steckt. So kündigt der Hacker mit Synonym THE FALCON in wenigen Zeilen an, daß er das komplette System zum Erlahmen bringen werde, indem er unser Alter Ego eines Verbrechen bezichtigt, welches dieser gar nicht begannen habe. Zu diesem Zweck wären nur kleinere Manipulationen in den COPNET Datenbanken nötig, und schon ist man Hauptverdächtiger in einem Verbrechen, womit letztendlich die Unfähigkeit des Systems bewiesen wäre. Als nach einigen Minuten eine Meldung eintrifft, wonach ein führender amerikanischer Wissenschaftler auf mysteriöse Weise bei einem Autounfall ums Leben kam, bestehen keinerlei Zweifel mehr über den Wahrheitsgehalt des Worte des anonymen Hackers. Schließlich steht man selbst sehr bald im Verdacht. Denn laut COPNET scheint es, daß man nicht nur mit der russischen Botschaft in Kontakt steht , sondern daß es auch direkte Verbindungen zu dem Unfall des Professors geben soll. Des weiteren meldet sich THE FALCON in regelmäßigen Abständen, jedesmal mit der Nachricht, daß ihm nur noch so und soviel Buchstaben vom Passwort des Spielers fehlen, um ihn und das System endgültig bloßstellen zu können.

Mehr vom weiteren Spielverlauf zu verraten würde die Spannung von PRESUMED GUILTY! auf den Nullpunkt senken. Aber spätestens nach dem zweiten Mord an einem Wissenschaftler, sollte man die Verstrickungen und Hintergründe des eigentlichen Spionage Skandals zumindest in Ansätzen durchschaut haben. Erste Hinweise für die Ermittlungen zur Entlastung der eigenen Person findet man auf der Kassette, die dem Handbuch beiliegt. Auf dem Tonband kann man sich, sofern man der englischen Sprache mächtig ist, zahlreiche Mitschnitte von Telefonaten und Sitzungen anhören. Dieses Gimmick verstärkt die Dichte des Adventures noch zusätzlich. Zum Glück für alle Retro Zocker lassen sich diese Texte auch vom eigentlichen Spiel aus abrufen, denn ist dürfte schwierig werden an ein Exemplar mit allem Zubehör heranzukommen (wäre doch mal eine Herausforderung für Game Zone). Der Inhalt der Texte bzw. Tonbänder ist dazu auch noch ziemlich verwirrend.

Der große Reiz von PRESUMED GUILTY! liegt in der realistischen Darstellung und dem packenden Aufbau des Adventures. Das Spiel läßt sich äußerlich von einem Netzsystem im Großformat nicht unterscheiden. Informationen lassen sich ganz bequem anfordern und ständig tickern neue Meldungen herein. Desweiteren werden dem Spieler auf Anfrage wohlgemerkt diverse Dossiers zu bestimmten Personen sowie Bildmaterial zu einzelnen Vorfällen übermittelt. Daneben steht auch noch eine streng geheime Quelle zur Verfügung, deren Passwort man erst mühsam herausfinden muß. Außerdem kann man am Computer langwierige Laborarbeit nachvollziehen. Als Beispiel hierfür mag die Untersuchung der Lippenstift Spuren an dem Pullover des ersten Opfers gelten, die nach einer gründlichen Recherche einer Kollegin zuzuordnen sind.

Ich kann noch endlos die zahlreichen genialen Features von PRESUMED GUILTY! aufzählen, aber das würde den Rahmen dieses Berichts einfach sprengen. Die Grafik von PRESUMED GUILTY! ist zwar nicht berauschend (CGA und EGA Grafikkarten werden unterstützt), aber gerade diese trocken Darstellungen unterstützen das Flair des Spiels. Ungemein. Für die Sound FX und musikalische Untermalung gilt das Gleiche. Die Steuerung der komplexe Vorgänge am Monitor ist einfach und fast perfekt gelöst. PRESUMED GUILTY! verspricht spannende Unterhaltung für zahlreiche Stunden. Jeder, der auf Spionage Thriller steht sollte die beschwerliche Beschaffung dieses Knallers in Kauf nehmen. Ich garantiere, daß sich die Mühe lohnen wird.

 


Added:  Friday, April 09, 2004
Reviewer:  AJM/FTL
Score:
hits: 2407
System: IBM Kompatible