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Wonderland

Wonderland

Genre:Adventure
Herstellungsjahr:1990
Hersteller:Magnetic Scrolls


Es gibt für mich nur wenige große Köpfe in Sachen spitzenmäßiges Spieledesign, die nicht nur durch One Hit Wonders oder Serien ihren Ruf erworben haben. Noch seltener sind weibliche Vertreter in dieser hehren Zunft. Mir kommt da auf Anhieb nur die allseits beliebte Anita Sinclair (eine Dame die nicht auch noch gut aussieht, sondern auch noch meine unendliche Leidenschaft für M.U.L.E. teilt) in den Sinn. Sie stand lange Jahre der europäischen Version von Infocom, der englischen Firma Magnetic Scrolls als Frontfrau vor. Neben Level 9 Computing gehörte diese Firma zur absolute Creme de la Creme in Sachen europäische Text Adventures mit Stil. Neben THE PAWN, CORRUPTION, FISH, JINXTER und GUILD OF THE THIEVES, kamen wir Elite Zocker 1991 in den Genuß der Versoftung von WONDERLAND nach dem Roman von Lewis Carrol. WONDERLAND erschien für IBM kompatible Systeme in zwei Versionen, einmal als Stand Alone 1991 und Jahre später als Windows Version in der Magnetic Scrolls Collection. Die Portierung für den Commodore Amiga unterscheidet sich nur in der technischen Ausführung, während die Macintosh Version absolut identisch ist. Zwei lange Jahre werkelten die Jungs um Anita Sinclair, besonders erwähnen sollte man David Bishop, an dem neuen Text Adventure und ich kann jetzt schon sagen, daß sie es wieder einmal geschafft haben sich in puncto Qualität zu übertreffen. Aber alles der Reihe nach, bitte.

Im Jahre 1865 hätte sich Lewis Carroll sicherlich niemals vorstellen können, daß sein witziges Kinderbuch Alice in Wonderland einmal für merkwürdige, elektronische graue Kisten namens Computer umgesetzt werden würde und für weitere Furore sorgen könnte. Die klassische Geschichte von dem verträumten kleinen Mädchen Alice. das einen verrückten Ausflug in das merkwürdige Wonderland macht, war schon damals ein großer Überraschungserfolg für den Mathematiker Dodgsons, so hieß Carroll in Wirklichkeit. Ursprünglich hatte er die Geschichte für die Tochter eines guten Freundes, Alice Liddell, geschrieben. Wahrscheinlich lag es ja an seiner berufsmäßigen Bindung an die Naturwissenschaften, daß er zunächst Alice und später viele andere junge Geister mit seiner Idee, der auf den Kopf gestellten Naturgesetzte so begeistern konnte. Alice in Wonderland wurde zu einem Klassiker der Kinderbuchliteratur, das schließlich auch von Walt Disney zu einem netten Zeichentrickfilm verarbeitet wurde. Neben diesem Buch, schrieb Carroll noch zahlreiche andere Bücher, darunter auch Through the Looking Glass, aber keines dieser Werke konnte je die Popularität des Wunderlands erreichen.

Die Heldin des Romans und natürlich auch des Spiels ist Alice, ein phantasievolles Mädchen, das sich in der Strenge ihres viktorianischen Elternhauses schrecklich langweilt. Die Erwachsenen sind zu ernst und weigern sich für aufregende Abenteuer zu begeistern oder wollen nicht die spannenden Geschichten über selbst erdachte Abenteuer hören. Eines Tages aber als Alice gelangweilt im Garten döst, ihre viel zu ernste Schwester Emily liest, scheint alles wie immer, langweilig! Doch plötzlich traut Alice ihren Augen nicht mehr. Ein weißes Kaninchen in Anzug, Weste und mit einem Zylinder auf dem Kopf eilt auf seine Taschenuhr blickend an ihre murmelnd vorbei. "Keine Zeit, es ist so spät" hört noch Alice und schon verschwindet das Kaninchen in der Hecke. Ohne zu Zögern oder Nachzudenken stürzt Alice hinter ihm her. Kaum hat sie das Loch im Boden entdeckt stolpert sie und fällt ... und fällt ... einen schier endlosen Schacht in die Tiefe hinab. Während ihres Falls sieht Alice die merkwürdigsten Dinge und Wesen durch die Luft schweben. Irgendwann landet sie mit einem unsanften Plumps auf dem Boden. Als sie sich wieder aufrappelt, sieht sie gerade noch wie das Kaninchen durch eine Tür verschwindet und ist vollkommen auf sich alleine gestellt. Nun beginnt eine Irrwanderung durch das Wunderland. Dabei begegnet Alice allerlei grotesken Gestalten, wie zum Beispiel dem verrückten Märzhasen, der rauchenden Riesenraupe und nicht zuletzt der bösen Herzkönigin, die gleich ihre ganze Kartenarmee auf das arme Mädel hetzt. Nichts scheint im Wunderland so zu sein, wie es in Wirklichkeit ist. Nicht zu selten wird unserer jungen Heldin übel mitgespielt. Zaubertränke, Riesenpilze, skurrile Häuser und endlose Geburtstagsfeiern sind zwar schön und gut, aber irgendwann muß Alice ja auch wieder nach Hause kommen.

Die Entwickler von Magnetic Scrolls haben sich bei WONDERLAND sehr stark an die Vorlage von Lewis Carroll gehalten. Deswegen wird es für diejenigen, die das Buch noch nicht gelesen haben um einiges schwieriger. Aber auch ohne Vorkenntnisse lassen sich die Rätsel und Aufgaben in Wonderland lösen. Viel wichtiger sind exzellente Englischkenntnisse oder zumindest ein gutes Wörterbuch, denn im Spiel wie im Buch kommt es stark auf das Verständnis der zahlreichen Wortspielereien an. Eingestimmt wird man auf sein Abenteuer in WONDERLAND schon durch das skurrile Titelbild im Spiel und auf der Verpackung. Neben den Disketten findet man außerdem ein ausführliches 66 Seiten starkes Handbuch, daß einem die Kniffe des Magnetic Scrolls Parsers näher bringt und in die Story einführt. Ansonsten präsentiert sich WONDERLAND technisch äußerst komfortabel. Musikalisch werden alle gängigen Soundkarten der damaligen zeit, wie Sound Blaster, Adlib und Roland unterstützt. Grafisch reicht die Spanne von EGA bis zu Super VGA Grafikkarten. Die DOS Version läuft noch ohne Probleme unter Windows 98 und der spätere Windows Release kommt auch mit Windows 2000 und XP zurecht. Gesteuert wird in WONDERLAND mit dem sogenannten WIMP System (Windows, Icons, Menus, Pointers). Bis zu sechs Fenster können gleichzeitig geöffnet sein. Man kann zum Beispiel das Textfenster auf volle Bildschirmgröße ziehen. Daneben gibt es einen praktischen Kompaß, fixe Kommandos und eine automatisch mitzeichnende Auto Map. Unsere Konfigurationen können wir selbstverständlich abspeichern und wieder aufrufen. Wer will kommt in WONDERLAND fast ohne die Tastatur aus, was eine Novum in Sachen Text Adventures ist (Legend Entertainment hat dieses System später ebenfalls übernommen). Mit der Maus erfahren wir alles wichtige über eine Location. Mit Icons erfährt man so, welche Gegenstände in einem Raum benutzt oder verändert werden können. Für kleine Cheater ist zudem noch ein schlaues Hilfeprogramm integriert worden. Zum Glück merkt sich WONDERLAND aber, wie oft man beschissen hat. Spielerisch haben wir es meiner Meinung nach mit dem immer noch besten und komfortabelsten Text Adventure aller Zeiten zu tun. Der Parser ist ein kleines Genie und der Kinderbuch Klassiker wird in hervorragender Weise präsentiert. Wer hier nicht zuschlägt, vor allem bei der Collection ist selber schuld und verdient nur den Eintrag im Buch des Zockens : er starb in einer lausigen Besenkammer.....

 


Added:  Friday, April 09, 2004
Reviewer:  AJM/FTL
Score:
hits: 3445
System: Commodore Amiga